4G3 von Walkera

 

Brr…! Ich bin gefangen! Links eine Wand und rechts die Kälte. Allein die Vorstellung  mit dem Heli auf den Flugplatz zu gehen, lässt mich schaudern und meine Finger werden eiskalt. Da drehe ich mich doch lieber nochmal im Bett um.  Am Sonntag ist Hallenfliegen. Aber mit einem 500er macht das keinen Spaß, und die anderen Piloten würden sich schwer bedanken  wenn es Depron Konfetti regnet. Da muss etwas getan werden! Ich brauche einen Heli für die Halle. Aber bitte mit Kollektiv Pitch und am besten noch einen, mit dem ich auch im Büro fliegen kann.
Walkera wirbt seit kurzem damit, den kleinsten 3D Heli der Welt zu besitzen – zugegeben habe ich bisher einen großen Bogen um diese Marke gemacht, stand sie doch nicht gerade für hohe Qualität- aber nun war ich neugierig und der Heli wurde geordert.

Tag Post
Lediglich zwei Tage nach der Bestellung traf der 4G3 bei mir ein. Im Lieferumfang befanden sich neben dem bereits voll aufgebauten Heli noch ein 2,4 GHz Sender, ein Ladegerät mit 500 mAh Ladeleistung, Ersatzblätter für Haupt- und Heckrotor sowie eine englische Bedienungsanleitung und der 400 mAh 1S Akku.


Sofort wird der Helikopter genauer unter die Lupe genommen. Sieht ja schon putzig aus der „Kleine“ mit Akku bringt das Modell gerade mal 66 Gramm auf die Waage. Das Chassis, sowie der Rotorkopf und dessen Anlenkungen bestehen aus Kunststoff, der Heckausleger ist aus einem Kohlevierkant gefertigt. Das filigrane Landegestell ist sehr stabil aufgebaut. Der Heli hat eine 120° Taumelscheibe und wird folglich über 3 Servos angesteuert. Angetrieben wird er von einem Bürstenmotor. Das Heck wird ebenfalls über einen separaten Bürstenmotor betrieben. In einem Kombigerät sind der 2,4 GHz Empfänger, Steller für den Motor und der Gyro untergebracht. An diesem Kombigerät können über Potis der maximale Weg aller Servos sowie die Drehzahl des Heckrotors geregelt werden. Zudem verfügt es über einen noch nicht belegten ESC Anschluss, welcher später für ein evtl. Upgrade auf eine bürstenlose Version mit dem entsprechenden Regler verwendet werden kann. Die Haube im typischen 3D Look verleiht dem Heli ein stylisches Aussehen. Es ist jedoch eine „Fummelei“ bis sie wieder am Heli befestigt ist, und ich war froh  als ich herausfand, wie ich den Akku auch ohne das Abnehmen der Haube wechseln konnte. Die profilierten Rotorblätter bestehen aus Kunststoff und besitzen einen Schaumkern inkl. Kohlestab, so sind sie sehr stabil und verwindungsfest.

Nachdem ich mir alles sehr genau angesehen und die Bedienungsanleitung bzw. Einstellanleitung gelesen hatte, kam ich zu folgendem Eindruck: „Argh, das Einstellen  ist aber kompliziert! Und so wie der Heli aufgebaut ist, wird es wohl eine zappelige und schwammige Angelegenheit werden, das Ding zu fliegen.“ Doch weit gefehlt! Die Einstellung der Taumelscheibe sah gut aus und nach dem Laden des Akkus bin ich gleich mal im Wohnzimmer gestartet: „ Genial! Fliegt ja recht ruhig.“  Spurlauf kurz nachgestellt und auf zum zweiten Flug. Herrlich! Weder schwammig noch zappelig, viel besser als erwartet und gleich aus der Schachtel heraus, ohne etwas einzustellen! Ich bin sehr angenehmen überrascht.

Doch nun sollte das Modell richtig eingestellt werden: Hierfür sind am Sender ein „Mäuseklavier“ sowie zwei Drehregler vorhanden. Ebenfalls sei hier noch erwähnt, dass man den Betrieb des Helis über einen Schalter von Normalmodus (Drehzahlgesteuert mit beigemischtem Pitch) auf 3D Modus (konstante Drehzahl und Steuerung über Pitch) umschalten kann. Der Heli wird immer im Normalmodus gestartet und gelandet, erst während des Flugs wird auf 3D umgestellt. Über die Dipschalter 1-9 kann der Mode der Fernsteuerung (Gas links oder rechts etc.) eingestellt werden (Standard ist Mode 2). Mit den Schaltern 10 – 12 kann man das Modell an seine fliegerischen Bedürfnisse anpassen. Wird der Schalter 10 auf „ON“ gestellt, kann am linken Drehregler die Gaskurve und am rechten der Expowert der Servos eingestellt werden. Schalter 11 ist zuständig für den maximalen Pitch Wert sowie die Mittelstellung der TS (Pitchwert kann für Normal und 3D extra eingestellt werden). Zuletzt bleibt noch der Schalter 11, über ihn können die Empfindlichkeit des Gyros sowie die Zumischung von Gas (Pitch) auf den Heckmotor eingestellt werden.

Somit hat man alle Möglichkeiten, das Modell ideal einzustellen. Und nach 5 Akkuladungen war das Modell fertig eingestellt. Wie bereits beschrieben, kann das Modell im Normal Modus (NM) und 3D Modus (3D) betrieben werden. Auf dem Normalmodus wurden +9° und -1° auf dem Pitch eingestellt, so kann man sehr weich landen und starten. Im 3D Modus waren +- 9° Pitch das Maximum was der Motor verkraftete, bei höheren Einstellungen brach die Motordrehzahl spürbar ein (hier hat es der Hersteller mit knapp 15° Werkseinstellung etwas zu gut gemeint und der Wert muss unbedingt angepasst werden).
Zwar können die maximalen Ausschläge getrennt eingestellt werden, jedoch ist Mittelstellung der Taumelscheibe für 3D und NM die gleiche und so kann es vorkommen, dass beim Umschalten zwischen den beiden Modus der Heli einen leichten Hüpfer nach oben bzw. unten macht. Dies kommt daher, dass im 3D bei Knüppelmittelstellung 0° und im NM +5 Grad anliegen. Kennt man diese Besonderheit, kann man sehr gut damit leben und sich auf die Situation einstellen.

Während die Pichtwerte eingestellt werden, sollte unbedingt Haupt- und Heckmotor abgezogen werden, sonst kann es zu bösen Überraschungen kommen. Diese Einstellung kann man sehr gut am Schreibtisch erledigen, alle anderen Werte müssen erflogen werden.

So nun aber ab zum Rundflug! Faszinierend, wie präzise sich das Modell steuern lässt. Das Heck steht ruhig, der Gyro rastet bei Pirouetten sauber ein. Steuerbefehle werden direkt umgesetzt, einfach herrlich! Das Modell schwebt vor mir und ich kann sogar die Hände von der Fernbedienung nehmen. Das Flugverhalten in Kurven ist neutral, jedoch muss mit zunehmender Flugzeit das Heck etwas nachgetrimmt werden. Dies ist  bedingt durch die abfallende Spannungsversorgung des Heckmotors nicht zu vermeiden.
Das Vertrauen in den Heli wächst und wächst. Nun wird in weit ausgeflogenen Achten um die Halle gefetzt. Erstaunlich, wie viel Speed das Modell aufbauen kann. Auch die Pipes sehen gut aus. Nun auf zum Looping: Auch kein Problem! Ich bin begeistert, selbst Überschläge sind problemlos möglich. Jedoch musste ich bei vollem Pitch das Heck etwas korrigieren.

Nach dem Einfliegen in der Halle ging es wieder ins Wohnzimmer. Dort macht das Modell auch viel Spaß, jedoch sind dort Loopings, Flips etc. Tabu. Da fehlen mir einfach ein paar Zentimeter Luft ;) Aber man kann Nasenschweben und sich einen Parcours aufbauen, so bleibt man über den Winter in Übung.

So nun noch ab ins Freie. Draußen ging eine leicht Briese und ich wollte es wissen. Aufgrund des geringen Gewichts ist das Modell selbstverständlich gegen Wind anfällig, aber es kann gut dagegen ankämpfen und auch wieder sicher gelandet werden. Es verhielt sich meiner Meinung nach wesentlich besser als ein Koaxheli, der wesentlich größer und schwerer ist.

 

Fazit:
Das Modell liegt trotz seiner geringen Größe sehr ruhig in der Luft, der Bürstenabtrieb ist völlig ausreichend und das Modell hat einen eingebauten Spaßfaktor. Zwar ist es der kleinste Pitch gesteuerte Heli, jedoch ist Kunstflug damit nur bedingt möglich. Einzig die „Fummelei“ beim Aufziehen der Haube finde ist etwas störend. Ansonsten hat das Model meine Erwartungen übertroffen und ich kann es uneingeschränkt empfehlen. Hier sei noch erwähnt, dass es sich nicht um ein Anfängermodell handelt, aber durchaus der Nachfolger für ein Koaxmodell sein kann.

 Technische Daten des Modells:

 

 

  • Hauptrotordurchmesser: 302 mm
  • Gesamtlänge:. 273 mm 
  • Gewicht: 66g mit Batterie
  • Motor:  1225 FE33 
  • Batterie: Li-polymer 3.7V 400mAh 
  • Empfänger: RX-2605, 2,4 GHz
  • Servo: WK 03-1 3,5 gr 0,12 sec.
  • Preis: ca. 190€
  • Bezugsquelle: www.derspielstein.com