HeliCommand

Helicommand 3D von Robbe

Fluglagen-Stabilisierungs- und Positionierungs- System für Modellhubschrauber.

Technische Daten:

Betriebsspannung: 4,8 - 6 Volt

Stromaufnahme: 55 mA

Gewicht komplett mit Kabel: 33 g

Abmessungen: 55 x 35 x 22,5 mm



Was ist / kann der HeliCommand?

Für den Helicommand gibt es eine eigens eingerichtete Homepage, auf welcher sehr viele technische Daten, Einbaubeispiele und Videos zu finden sind.

An dieser Stelle möchte ich kurz darauf eingehen, was hinter dem HeliCommand steckt. Ausführliche technische Details finden sie auf der Homepage von Robbe.

Bei dem HeliCommand handelt es sich - schlicht gesagt - um ein Flugstabilisierungssystem. Jeder, der sich bereits mit Helikoptern beschäftigt hat, kennt den Gyro (Kreisel), durch welchen das Heck des Helikopters in eine stabile Lage gebracht und Drehungen um die eigene Achse vermieden werden.

Hier das Promo-Video von Robbe, ich habe mich aus zwei Gründen für dieses Video entschieden:

1. Ich kann das im Video gezeigte Flugverhalten absolut bestätigen

2. Es erscheint eine Animation, die verdeutlicht, wie der HeliCommand funktioniert.

Der HeliCommand kontrolliert nicht nur das Heck sonder auch die Roll- und Nickfunktion. Zudem kann er auch noch die Position des Helikopters regeln. Die Regelung von Roll und Nick funktioniert über die Taumelscheibe. Verändert sich die Lage des Helikopters, steuert die Taumelscheibe entsprechend entgegen. Zudem besitzt der HeliCommand noch einen optischen Sensor, über welchen der Untergrund abgetastet wird - so ist es auch hier möglich, die Position über die Taumelscheibe zu korrigieren.



Anschlussadapter des HeliCommand

Der HeliCommand kann über die Fernbedienung in den Modus: Keine Unterstützung, Positionsmodus und Stabilisierungsmodus geschaltet werden.

Aus: Lediglich der Gyro kann verwendet werden.

Stabilisierungsmodus: Roll- und Nickbewegungen werden stabilisiert.

Positionsmodus: Zusätzlich zum Stabilisierungsmodus wird der Boden abgetastet und bei Änderungen entsprechend gegengesteuert.

Damit das Ganze funktioniert, muss der HeliCommand auf die Neutralstellung eingestellt werden (Schwebeflug). Lässt man nach diesem Einstellvorgang die Knüppel los, stabilisiert sich der Helikopter sofort. Auch ungewollte Bewegungen (abdriften durch Böen) werden vom HeliCommand abgefangen.

Einbau und Setup

Der Einbau ist aus technischer Sicht sehr einfach, jedoch fällt es manchmal schwer, die richtige Position zu finden. Bedingung für den Einbau: Unter dem optischen Sensor muss ein fest vorgegebenes Feld frei sein und darf nicht von der Antenne, Kufen oder sonstigem verdeckt sein.



Abbildung aus der Bedienungsanleitung des HeliCommand

In der Regel gilt hier: Je größer das Modell, desto einfach der Einbau.

ich habe mich dazu entschlossen, mir eine kleine Hilfe zu bauen. Ich habe das Sichtfeld mit Balsaholz nachgebaut, so kann man sehr schnell erkennen, wo der HeliCommand eingebaut werden kann.



Einbauhilfe für den HeliCommand

So nun wird es sehr einfach, der HeliCommand wird wie beschrieben fixiert und mit dem Adapter verbunden. Alle Stecker des Adapters werden direkt an Empfänger geschlossen - die Servos werden am Adapter angeschlossen. Der Adapter wird mit doppelseitigem Klebeband am Heli fixiert – fertig.



Abbildung aus der Bedienungsanleitung– Einbau des HeliCommand

Danach sieht das Ganze so aus:

Tipp:

In der Bauanleitung wird empfohlen, die Halterung des HeliCommand mit Kleber zu fixieren. Ich habe Tesa Powerstrips verwendet, diese verhindern sehr zuverlässig das Verrutschen der Halterung und können einfach entfernt werden.

So - nun fehlt nur noch das Setup.



Das Setup kann über die Fernbedienung - hier reagiert man auf Blinksignale am HeliCommand und stellt so die gewünschten Optionen ein – getätigt werden, oder man verwendet ein COM Interface für den PC und nimmt die Einstellungen komfortabler am PC vor.

Ich habe mich für die Einstellung am PC entschlossen.

Da der HeliCommand die komplette Ansteuerung der Taumelscheibe (also auch die Mischfunktion) übernimmt, darf in der Fernsteuerung kein Taumelscheibenmischer aktiviert werden. Dies war für mich der Grund, den Helikopter neu einzustellen und dabei wurde ich positiv überrascht! Alle Einstellungen konnte ich direkt im HeliCommand vornehmen, Servowege, Mittelstellung, maximaler Pitch etc. Lediglich die Pitchkurve, sowie die Empfindlichkeit des Hecks habe ich über die Fernbedienung eingestellt. Durch die gut strukturierten Menüs konnten alle Einstellungen sehr schnell vorgenommen werden.

  

 

Durch anklicken der Grafiken können diese vergrößert werden.

Am Ende der Einstellungen hat man eine Statusübersicht, so kann man in Echtzeit prüfen, ob die Schalter der Fernbedienung auch die gewünschte Funktion ausführen.

Positiv aufgefallen: Alle Einstellungen bieten zwei Möglichkeiten: 1. Normale Einstellungen 2. Einstellungen für Fortgeschrittene - so wird man am Anfang nicht überfordert. An jeder Stelle des Programms lässt sich eine Hilfe aufrufen, so muss nicht auf das Handbuch zurückgegriffen werden.

Popup Hilfe im Programm

Die Einstellungen des HeliCommand können auf Festplatte gespeichert werden, so kann man bei einer Fehlkonfiguration wieder auf die bestehenden Daten zugreifen. Und verschiedene Einstellungen ausprobieren (Vorausgesetzt, man hat ein Laptop zur Hand, dass man mit auf den Flugplatz nehmen kann)

Wie bereits erwähnt, kann man den eingebauten Kreisel des HeliCommand oder einen externem Kreisel verwenden. Ich habe mich für den Kreisel des HeliCommand  entschieden.



Erster Flug

Vorsichtshalber mal das Trainingsgestell moniert – man kann ja nie wissen… So nun aber ab in die Luft. Der Heli wurde noch kurz getrimmt und die Setfunktion am HeliCommand ausgeführt. Der Helikopter wurde auf Augenhöhe gebracht, danach legte ich den Schalter um (Stabilisierungsmodus). Und siehe da, der Helikopter liegt in der Luft wie ein Brett! Ich schalte um auf Positionsmodus und nehme zögernd meine Hände von den Knüppeln – unglaublich – da steht der Heli, ohne dass ich etwas korrigieren muss. Weiter geht es, mit einer Rollbewegung nach rechts und loslassen der Knüppel… der Heli fängt sich von alleine und stabilisiert sich – für meinen Geschmack noch etwas langsam, aber das kann man ja alles noch einstellen.



So, nun wird erstmal das Trainingsgestell entfernt und wieder ab in die Luft. Einfach genial, der Helikopter verhält sich extrem ruhig und ich kann mich auf das Wesentliche konzentrieren. Und so eine stabilisierte Landung hat auch was für sich.



Zweiter Flug

Mist, heute ist es einfach zu windig, um mit dem Heli zu fliegen. Äh Moment mal, der HeliCommand sollte doch so etwas ausgleich können - oder?

Also los geht es - etwas mulmig ist mit schon - aber ich möchte es wissen.

Pitch und los - und was soll ich sagen? Es funktioniert! Ein dickes Grinsen hängt auf meinem Gesicht und der Heli in der Luft. Selbst der Vereinskollege mag nicht so recht glauben, was er da sieht :)



Dritter Flug

Nachdem ich noch weitere Feineinstellungen am HeliCommand vorgenommen hatte, war es Zeit einen Turn zu probieren. HeliCommand auf Stabilisierungsmodus gestellt und los geht es. Horizontal Flug und aufsteigen, so oben angekommen und erstmal kein Nick mehr geben… doch was passiert da? Der Heli stabilisiert sich und steht ruhig in der Luft – Beeindruckend, aber ein Turn war das nicht!

Der HeliCommand reagiert genau wie ich ihn eingestellt habe: Kein Steuersignal à Fluglage stabilisiert sich (und zwar sehr rasch).

Möchte man solche Manöver fliegen, kann man die Empfindlichkeit und die Reaktionszeit des HeliCommand entsprechend anpassen.



Merke: Hat man den HeliCommand aktiviert, muss man genau überlegen, was man damit fliegen kann.



Versionen des HeliCommand

Der HeliCommand ist in mehreren Ausführungen zu bekommen

HeliCommand 3A 

Grundversion für den Hobby-Modellbau-Bereich.



HeliCommand 3D

Diese Variante besitzt die gleichen Eigenschaften wie HeliCommand 3A, jedoch zusätzlich:

    • Lagestabilisierung im Rückenflug
    • bewährt als zuschaltbare Unterstützung oder als "Not-Knopf" bei kurzzeitigen 3-D Figuren.

Zur Nutzung dieser Zusatz-Features ist das PC-Anschluss-Set erforderlich.



HeliCommand RIGID

Eine weitere Ausführungsvariante ist der HeliCommand RIGID.

Diese bietet neben allen Funktionen des HeliCommand 3A und 3D zusätzlich eine Stabilisationfür Hubschrauber, die keine mechanische Stabilisatorenstange besitzen.

Fazit

Helifliegen für Jedermann? Ja mit Einschränkungen!

Bei dem HeliCommand handelt es sich um ein ausgeklügeltes Stabilisierungs- und Positionierungssystem. Das Verständnis für das Steuern eines Helikopters muss der Pilot jedoch mitbringen bzw. am Simulator üben.



Ohne Zweifel macht es die Steuerung eines Helikopters ungemein leichter, da man sich nun auf das Wesentliche konzentrieren kann. Zwar mag der Preis auf den ersten Blick etwas hoch erscheinen, bedenkt man jedoch, dass auch ein Kreisel eingebaut ist, relativiert sich das Ganze und mit großer Sicherheit wird bei einem Anfänger so der ein oder andere Crash vermieden!

Einbau und Setup sind extrem einfach und schnell zu bewerkstelligen.

Der HeliCommand kann als Assistent bei den folgenden Flügen verwendet werden: Schweben in allen Lagen (Heck, Front und sogar auf dem Kopf), Stabilisierung beim Platzüberflug sowie bei Rollen und Loopings.



Ich kann den HeliCommand uneingeschränkt empfehlen, er gibt einem ein gutes Gefühl und den nötigen Mumm, auch mal einen Looping oder eine Rolle zu probieren.

Aufgrund der einstellbaren Empfindlichkeit kann man die Stabilisierung seinem Flugstiel anpassen und so sein Können weiter steigern.

Preis:ab 330 €

Zukunftsaussicht:

Da der HeliCommand nur mit einem Stecker am Adapter angeschlossen wird und die Adapter zu moderaten Preisen nachgekauft werden können, wird es nur ein Frage der Zeit sein, bis ein findiger Tüftler eine Halterung für den HeliCommand bastelt. So könnte man einen HeliCommand für mehrere Modelle verwenden.

Hey ihr Tüftler auf ans Werk.