
Was wurde geliefert?
Der Roto 480 EP wird ARF geliefert, im Set enthalten sind:
Alle Komponenten sind bereits fertig verbaut. Für den Betrieb werden noch folgende Komponenten benötigt:
Optional noch etwas Sperrholz, Epoxy Harz und Klettband (dazu später mehr)
Erster Eindruck der Komponenten
Rotorblätter:
Beide Rotorblätter wiegen exakt 20.00 Gramm. Die profilierten Blätter bestehen aus folienbespanntem Holz und haben je eine Länge von 32.5 cm. Zur Befestigung am Rotorkopf sind 3-mm-Messinghülsen eingelassen.
Chassis:
Das Chassis inklusive dem Landegestell besteht zum größten Teil aus Kunststoff, alle Teile sind gut zugänglich und sauber verschraubt.

Hauptrotorwelle, Taumelscheibe und Anlenkungen:
Taumelscheibe, Wippe, Pitchkompensator und Stabilisator bestehen ebenfalls aus mit Kugellager versehenem Kunststoff. Alle Kugelköpfe sind aus 4,77-mm-Aluminium gefertigt, die Kugelgelenke sitzen spielfrei auf den Köpfen. Die Anlenkungen selbst bestehen aus 1.2-mm-Metall. Die Hauptrotorwelle hat einen Durchmesser von 6 mm. Die Stabilisatorarme sind mit 3 mm dicken Alurohen verbunden.

Der Freilauf ist etwas schwergängig, laut Hersteller, soll sich das nach dem ersten Flug legen, dazu später mehr.
Heckrohr:
Ist aus 12-mm-Alu gefertigt. An ihm ist ein Kunststoffleitwerk angebracht, an dem Kohlestabilistatorstangen befestigt sind.
Heck:
Der Heckrotor wird über einen Zahnriemen angetrieben. Alle Teile des Hecks sind aus Kunststoff - ausgenommen der Heckrotorwelle und dem Verbindungsstück der Heckrotorhalter. Der Pitch des Heckrotors wird durch einen Kohlestab angelenkt.

Servos:
Die Servos sind fest mit dem Chassis verschraubt, die Servoarme sind aus Kunststoff und mit den besagten Kugelköpfen versehen. Weitere Angaben zu den Servos sind nicht zu finden, jedoch ist ersichtlich, dass alle 4 Servos vom gleichen Typ sind, und es sich um Servos der 9-gr-Klasse handelt.

BL Motor:
Der Außenläufer ist mit zwei Schrauben am Chassis befestigt, der Abstand zum Hautzahnrad ist gut eingestellt, hier muss nicht nachgearbeitet werden. Der Motor liefert 3500 U/V, die Welle hat einen Durchmesser von 3 mm. Die Zuleitungen sind mit 3,5-mm-Goldsteckern versehen. Der Motor ist mit einem Lüfter versehen.

BL Steller:
Ist bereits am Chassis montiert. Die Zuleitung zum Motor wurde mit 3.5-mm-Goldbuchsen versehen. Er kann mit 2s oder 3s Akkus beitrieben werden und ist für einen Strom von 30A ausgelegt (kurzzeitig 35A). Der BEC Strom beträgt 2A.
Die Stromversorgung des Stellers muss noch mit einem Stromstecker versehen werden.

Bedienungsanleitung:
Obwohl der Helikopter ARF geliefert wird, sind in der Bedienungsanleitung alle Schritte des Zusammenbaus beschrieben. Die Qualität der Explosionszeichnung ist nicht optimal, jedoch kann man erkennen, um was es geht.
Es wird genau beschrieben, wie die Taumelscheibe und das Heck bei den entsprechenden Steuerbefehlen reagieren sollen.
Für die Einstellung von Pitch und Gas sind zwei Modi beschrieben (Normal- und 3D-Flug). Zu der Drehzahl der Rotorblätter wurde jedoch keine Aussage gemacht. Es wurden 2000 U/min eingestellt.
Ebenfalls sind alle Ersatzteile mit den entsprechenden Bestellnummern abgebildet.
Haube:
Die gelbe Haube wurde aus zwei Teilen zusammengesetzt (Falz ist in der Mitte gut zu sehen). Zur optischen Abrundung wurden noch Elemente im GFK Look eingeklebt. Die Haube hat eine Wandstärke von 0,7 mm, macht einen sehr stabilen Eindruck und ist optisch schön anzusehen. Fixiert wird sie an vier Stellen zweimal im unteren Bereich (unter dem 480 Schriftzug), zweimal im oberen – hinteren Bericht (Jamara Logo).

Ersteindruck:
Die meisten Elemente bestehen aus Kunststoff, was auch für den Preis spricht. Alle Komponenten sind gut verbaut und schaffen eine vertrauenswürdige Basis.
Der Helikopter wiegt mit dieser Ausstattung 486 g.
Fertigstellung des Helikopters:
Da es sich um ein ARF-Modell handelt, müssen nur noch wenige Komponenten verbaut werden, bis der Helikopter startklar ist.
Der Gyro
Die Wahl fiel auf den Pico Gyro von Jamara, aufgrund seiner Größe und des geringen Gewichts ist er für dieses Modell ideal geeignet.

Hier die technischen Daten des Gyros:
Auf dem Bild ist zu sehen, dass der Gyro auf ein Stück Balsaholz geklebt wurde. Zwar ist am Modell eine Platte für die Aufnahme des Gyros vorhanden, jedoch hat diese keine glatte Oberfläche und ich wollte – gerade bei der Befestigung des Gyros – kein Risiko eingehen. Sicherlich hätte man hier auch eine Aluplatte verwenden können, doch Balsaholz ist einfacher und schneller zu bearbeiten. Mit dem entsprechenden Epoxy Kleber hält die Platte extrem fest.
Hier eine Abbildung der unbearbeiteten Auflage:

Einkleben des Empfängers
Als Empfänger dient ein DDS-9 PCM von ACT-Europe. Er passt ideal in den dafür vorgesehen Aufnahmeplatz unter dem Gyro. Befestigt wird der Empfänger mit zwei Streifen Tesa-Power-Stripes.

Ansicht von unten
Die Antennenführung aus dem Bausatz würde gegen eine längere ausgetauscht, in der das ganze Empfängerkabel seinen Platz findet. In der linken Kufe kann die Führung einfach eingeklipst werden, an der rechten Kufe, sowie an der Heckstabilisierung wird die Antennenführung mit etwas Tesa befestigt.

Verstauen der Kabel
Nachdem alle elektronischen Komponenten eingebaut und angeschlossen sind, können die Kabel verlegt werden. Es hat sich angeboten, die drei Servos der Taumelscheibe mit einem Kabelbinder am Chassis zu befestigen. Danach wurden die Kabel von Heckservo, Gyro und Steller dazu genommen und mit einem Kabelbinder gebündelt. Sie sieht das ganze ordentlich aus und es kann nichts in die Antriebskomponenten kommen.

Akku Einbau und Befestigung
Hier fiel die Wahl auf den vom Hersteller empfohlenen 3S LIPO SUN 1500 mAh
Daten: 12 C, 1500 mAh, 11,1 Volt, 122 g
Der Akku passt genau in dafür vorgesehene Auflage. Jedoch ist die Auflage etwas kurz und der Akku muss mit Gummi- Klebe- oder Klettband fixiert werden. Funktioniert zwar ohne Probleme, jedoch wollte ich eine einfachere Lösung, also habe ich die Auflage einfach mit etwas Sperrholz verlängert.

Auflage ohne Verlängerung

Verlängerte Auflage mit Klettband
Es wird dazu lediglich ein Sperrholz von 33 x 80 mm benötigt, das mit Epoxy Harz eingeklebt wird. Es empfiehlt sich, den Kunststoff auf der Klebestelle zuvor mit Schmirgelpapier anzurauen.
Auf die neue Ablagefläche und den Akku wurde selbstklebendes Klettband geklebt, so kann der Akku leicht fixiert werden. Wer es ganz sicher möchte, kann den Akku noch mal mit einem separaten Klettband fixieren (gelbes Klettband auf dem oberen Bild).
So, fertig - das Modell ist komplett aufgebaut. Es hat ein Abfluggewicht von 660 Gramm, wobei 15 Gramm auf Trimmblei zurück zu führen sind. Es war nötig, das Modell am Akku etwas zu beschweren.
Einstellen des Modells
In der Bedienungsanleitung wird bildlich dargestellt, wie sich die Servos der Taumelscheibe bei den einzelnen Steuerbefehlen verhalten sollen. Ebenfalls sind die Einstellungen für Pitch und Gas in zwei Ausprägungen (Schwebeflug und 3D) dargestellt. Das Modell wurde laut Anleitung eingestellt.
Jedoch macht der Hersteller keine Angaben, wie man eine Taumelscheibe bzw. einen Helikopter allgemein einstellt. Hat man dies noch nicht selbst gemacht, sollte man einen erfahrenen Helipiloten zu Rate ziehen, denn alles ist schwer, bevor es einfach wird J
In der Bedienungsanleitung wurden keine Angaben über die Drehzahl gemacht, eine Mail an Jamara brachte die gewünschte Zahl: 2.000 U/min mit den Holzblättern. Bei Verwendung der Tuningblätter können 2.300 U/Min eingestellt werden.
Beim Einstellen sind keine Probleme aufgetreten - der Vorgang war schnell abgeschlossen.
Erstflug
Am Modell mussten keine Änderungen vorgenommen werden, um den Erstflug durchführen zu können.
Pitch und Los… gleich fiel auf, dass der Spurlauf der Rotorblätter nicht stimmt, also landen und nachstellen (Anlenkung wurde um 3 Umdrehungen reduziert). Danach ging es wieder in die Luft. Nach ca. 10 Minuten war der Erstflug vorbei, folgendes ist aufgefallen:
Das Modell liegt sehr eigenstabil in der Luft, es reagiert direkt ohne große Verzögerung, der Gyro ist ausreichend dimensioniert, selbst das Heckservo ist schnell genug um starke Pitchwirkungen schnell zu korrigieren.
Bei maximalem Pitch musste die Gaskurve etwas nach oben korrigiert werden, da es zu einem Leistungseinbruch gekommen ist. Nach der Korrektur verhielt sich das Modell wesentlich besser.
Logdaten zum Video:
Spannung – Strom

Durch anklicken der Grafik kann diese vergrößert werden.
Leistung – Höhe

Durch anklicken der Grafik kann diese vergrößert werden.
Fazit:
Der Roto 480EP hat ein sehr gutes Preis- Leistungsverhältnis, er liegt ruhig in der Luft und verhält sich absolut nicht „zappelig“. Er lässt sich jederzeit korrigieren und das Schweben sowie rasante Platzüberflüge sind mit dem Modell problemlos möglich. Insgesamt macht das Modell (nicht nur optisch) einen guten Eindruck.
Bedingt durch die ARF Konfektionierung ist es zweifellos für Anfänger gedacht und kann diesen auch uneingeschränkt empfohlen werden.
Positiv aufgefallen:
Das Verhalten des Freilaufs hat sich nach dem Erstflug – wie vom Hersteller prognostiziert – verbessert, zusätzlich wurde noch mit etwas Feinlauföl nachgeholfen.
Negativ aufgefallen:
Die Rotorblätter besitzen keine farbigen Markierungen, um den Spurlauf korrekt einzustellen, hier muss man selbst mit farbigem Klebeband nachhelfen.
Was ist noch aufgefallen?
Im Set ist lediglich ein Steller und kein Regler enthalten. Dieser verfügt nicht über die Funktion „Govenor Mode“ und „Drehzahl langsam erhöhen“.
Die ist nicht sonderlich schlimm, kann doch der „Govenor Mode“ durch eine entsprechend eingestellte Gaskurve ersetzt werden. Die Drehzahlen können entweder über einen Drehregler an der Fernbedienung oder über eine entsprechende Einstellung der Gaskurve geregelt werden.
Ein Regler anstelle eines simplen Stellers hätte dem Modell noch den letzen Schliff gegeben – jedoch zugleich, und das mit Recht – den Preis angehoben.
Preise:
| Was |
Bezeichnung |
Preis |
|
Helikopter |
Rot 480 EP von Jamara inkl. Servos, Motor und Steller |
179 € |
|
Gyro |
70 € |
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|
Akku |
39 € |
|
|
Empfänger |
199 € |
Tipp:
Da das Fixieren der Haube immer mit einer kleinen „Fummelei“ verbunden war, habe ich mich dazu entschlossen, diese etwas zu verbessern. Die oberen Haltergummis der Haube wurden entfernt und die Löcher auf 4.6 mm aufgebohrt. Danach wurde ein Spritschlauch mit Sekundenkleber in die neu gebohrten Löcher eingeklebt. Fertig!
Diese Änderung ist schnell erledigt und erleichtert das Fixieren der Haube ungemein.

Detailbilder:




