
Von Bilder aus der Vogelperspektive war ich schon immer begeistert, es ist faszinierend wie die Welt von oben aussieht. Viele werden jetzt sagen: „Wozu Luftbilder? Es gibt doch schon Google Earth!“. Ja, aber dort sind Orthophotos, also Fotos im orthogonalen Winkel zur Erdoberfläche, hinterlegt. Diese sind zwar super für den verwendeten Zweck, jedoch sind sie schlecht für Ansichtskarten o.ä. zu gebrauchten weil dort logischerweise die 3D-Perspektive fehlt. Deshalb sind Luftbilder aus 30° oder 45° Perspektive sehr sinnvoll. Ich möchte hier einen kleinen Einblick in die Luftbilderfotografie und deren Techniken geben.
Geeignetes Flugmodell
Grundsätzlich kann jedes Modell ab 1 Meter Spannweite als Kameraträger verwendet werden. Allerdings können bei kleinen Modellen auch nur sehr leichte Kameras eingesetzt werden. Deshalb sind große Spannweiten durchaus von Vorteil. Auf der anderen Seite sollte das Modell für den Transport kofferraumfreundlich sein. Natürlich wird man für diesen Zweck kein Balsa, sondern eher auf Schaumstoff gesetzt, da dies besser etwaige Bruchlandungen verkraftet. Beliebte Kameraträger-Modelle sind z.B.: Easystar (1,37m SP), Movie-Star (1,4m SP), Wingo (1,1m SP) oder Easyglider (1,8m SP)
Kameraeigenschaften
Je größer die Spannweite des Flugmodells desto mehr Last kann getragen werden. Um einen Anhaltswert zu geben: bei 1m Spannweite sind ca 150g Last möglich. Bei größeren Spannweiten können problemlos schwerere Kameras eingesetzt werden.
Die Kamera sollte also möglichst leicht sein. Aber man möchte natürlich qualitativ gute Bilder, also braucht man auch eine gute Kamera mit großem Objektiv. Großes Objektiv -> schwere Kamera.
Man muss also ein Kompromiss zwischen Qualität und Gewicht gefunden werden.
Fotosensor
Wichtig ist auch welche Fotosensor-Technologie eingesetzt wird, CMOS oder CCD. CMOS-Sensoren sind in älteren oder billigen Digitalkameras verbaut und weniger lichtempfindlich als CCD-Sensoren. Diese Technologie speichert die Bilder Zeilenweise, was bei bewegten Bildern manchmal zu merkwürdigen Wellenlinien führen kann. Somit werden die Bilder unbrauchbar. Die CCD-Sensoren sind also die erste Wahl.
Auslösetechnik
Es werden RC-Kameras bei Ebay angeboten, die per JR-Kabel an den Empfänger angeschlossen werden können, aber mit über 100eur für eine einfache 5Megapixel Kamera halte ich diese für überteuert. Es gibt auch noch andere Auslösetechniken:
Manueller Servo
Die einfachste und kostengünstigste Methode: Per Servo den Kameraknopf drücken. Dazu muss das Servo gut an der Digitalkamera befestigt werden (mit dickem Gummiring, Klebeband..) und der Servoarm auf den passenden Bewegungsradius eingestellt werden. Dies lässt sich leicht mit einer Computerfernsteuerung bewerkstelligen. Jetzt noch einen Schalter an der Fernbedienung belegen, fertig.
Nachteil: Während wendigen Manövern kann das Servo verrutschen, somit war der Flug fototechnisch betrachtet umsonst. Weitere Nachteil: Da man kontinuierlich am knipsen ist kann man sich nicht mehr so gut auf den eigentlich Flug konzentrieren.
IR-Schalter
Manche älteren Digitalkameras verfügen über eine Infrarotschnittstelle, somit kann per IR-Signal ausgelöst werden. Dazu wird ein IR-Modul an den Empfänger angeschlossen, dieses sendet dann ein Auslöse-Signal an die Kamera. Der Vorteil liegt darin, dass die Kamera nicht geöffnet werden muss. Auf rc-flysoft.com gibt es z.B. solche IR-Module für den Empfänger.
Elektronischer Schalter
Die sicherlich beste Methode wenn die Kamera über kein eigenes Auslöseprogramm verfügt: Alle X Sekunden automatisch auslösen lassen. Das ist allerdings recht aufwendig: Zum einen muss die Kamera geöffnet werden um an den Auslösemechanismus heran zu kommen, zum anderen muss eine Intervall-Schaltung gelötet werden. Für die elektrotechnik-technisch Versierten: Elektronik - Intervallschalter für Luftbildkamera
Serienbild-Modus der Kamera
Bei Kameras der mittleren und höheren Preisklassen sind oft Funktionen wie Serienbild-Modus enthalten, dies erspart den Servo oder weitere Elektronik. Einfach ein Klotz z.B. aus Holz auf den Auslöseknopf mit (z.B. Gummiring) klemmen und schon knipst eine solche Kamera kontinuierlich Bilder bis die Speicherkarte voll ist (Auslösegeschwindigkeit abhängig von der Kamera und der Speicherkarte).
Fazit
Mit relativ wenig Aufwand kann man gute Luftbilder machen, allerdings sind Kameras mit CCD-Technologie klar im Vorteil. Ist der Motor ausgestellt sind störende Vibrationen nicht mehr vorhanden und die Bilder werden besser.
Ihr seit herzlich eingeladen die Luftbilder auf meiner Website zu bestaunen ;)
By rcfan http://rcfan.de.vu – Modellbau, Luftbilder & mehr