Wahl des richtigen Reglers (ohne Rippenkühlkörper)
(Auszug aus „Warum überhitzen Modellflugregler?“ von Markus Müller)
Bei der Auslegung eines Modellbau-Antriebs sind meist Zellenzahl und maximal zu erwartender Strom bekannt. Nun gilt es für diese Aufgabenstellung den richtigen Regler (ohne Rippenkühlkörper) zu wählen und zwar so, dass man nicht in die Überhitzungsfallen tritt!
Die bekannte 80-20-Regel lässt sich auch hier als Faustregel verwenden:
Den Regler maximal mit 80% des Dauerstroms betreiben (20% Reserve) und höchstens an 80% der maximal zulässigen Zellenzahl betreiben (20% Reserve) (kumulativ!)
Beispiel 1: max. erwarteter Strom 50A an 7s LiPo-Zellen Hier sollte also gemäß der Faustregel ein Regler gewählt werden, der einen Dauerstrom von mindestens 62.5A verträgt und mit 9 LiPos (genau 8 75) betrieben werden kann (z.B. Master 77-0-Flight)
Nun fragt sich aber manch einer, wie kann ich dann einen Motor mit 1 Os LiPos betrieben, wenn ein Regler für maximal 10 LiPo-Zellen zulassen ist? . deshalb das «kumulativ»: Kann bei einem der beiden Eckdaten die Reserve nicht eingehalten werden, muss der andere Wert eine umso höhere Reserve aufweisen.
Beispiel 2: max. erwarteter Strom 50A an 10s LiPo-Zellen Da es z.Z. nur Regler bis 10 LiPo-Zellen gibt und somit keine Reserve möglich ist, muss also beim Strom eine höhere Reserve von 40% (20%+20%) eingerechnet werden Somit darf der Strom von 50A nur gerade 60% des Dauerstroms sein. Unser Regler muss also mindestens einen Dauerstrom von 83.4A ertragen. (z.B. Master 90-Acro)